Die Wigands


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Redmond 2009

Sonstiges

So wie die Katholiken nach Rom pilgern, so zieht es einen Microsoft-Anwender nach Redmond… Auch bei mir ist es grad mal wieder soweit, und so sitz ich hier auf der Microsoft HiEd-Conference (HiEd steht übrigens für Higher Education) und hab endlich mal wieder Zeit, an einem Blogeintrag zu schreiben. Nein, nicht weil es langweilig ist, ganz im Gegenteil, aber es ist grade Mittagspause…

Samstag
Samstag bin ich angekommen, nachdem ich noch etwas Trouble am Flughafen hatte. Der Flug war weit, weit überbucht, und bis zuletzt war nicht klar, ob ich mitfliegen kann oder einen Umweg fliegen darf. Letztendlich bin ich heil in Seattle angekommen, und überraschenderweise auch mein Gepäck, nachdem es letztes Jahr ja tagelang in Heathrow verschwunden war… Am Samstag ging dann erst mal nichts mehr außer schlafen. Also Sonntag.

Sonntag
Am Sonntag hab ich mir erst mal ein Starbucks gesucht (und wenige Meter vom Hotel gefunden) und mit diesen köstlichen Blueberry-Muffins und Cafe Latte gefrühstückt. Danach gings auf die Suche nach einem Shop, der einen Strom-Adapter hat, denn grandioserweise hab ich (mal wieder) diesen Adapter von amerikanischen Steckdosen auf Eurostecker vergessen. Bei der Suche hab ich dann Busse entdeckt, und dachte, vielleicht schaff ich es diesmal, ohne 40 Dollar Taxikosten nach Seattle zu kommen wie letztes Jahr. Und was soll ich sagen? War nicht einfach, die nette Dame am Hotelempfang hat mich angesehen, als ob sie das noch nie jemand gefragt hat, und mit Mühe hat sie eine Haltestelle rausgefunden (und die zwei näherliegenden übersehen…) und die Buslienie 248. Das Umsteigen in Kirkland hätte ich mir sparen können, wie ich bei der Rückfahrt herausgefunden hab (Linie 545 fährt Express direkt nach Redmond). Aber immerhin kostete mich das 1,75$ bzw. 2,50$. Ein Spottpreis eigentlich, billiger als in Karlsruhe. Also bin ich nach Seattle Downtown gefahren. Der Markt war voller Touristn, ausserdem war ich da letztes Mal schon. Bin gleich zur Underground Tour gegangen und hab die Führung auch knapp verpasst und musste eine Stunde warten. Starbucks ist dein Freund… und eine super Buchhandlung direkt in der Nähe. Das war teuer, aber schließlich hab ich bei der Fahrt gespart :-)

Die Underground Tour war schlicht gesagt genial. Der Tourguide war prima, selten so gelacht und so viel gelernt. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass Seattle ein Ureinwohner war, zu dessen Ehren man die Stadt dann so genannt hat. Oder dass es zwischen Seattle und Takoma ein ähnlich herzliches Verhältnis gibt wie zwischen Karlsruhe und Stuttgart. Und wieso Underground Tour? Tatsächlich wurde Seattle nach einem großen Feuer neu aufgebaut. Als man später die Straßen höher legte, um dem Matsch und der Flut zu entkommen, hat man einfach den Häusern einen zweiten Eingang im 1.OG verschafft (teilweise hatte man die Häuser schon so gebaut).Und drei dieser alten Erdgeschosse kann man auf der Tour besichtigen. Ganz seltsames Gefühl. Das Ganze ging so fast 90 Minuten, und draußen war ein super-sonniger Tag. Schlechtes Timing, aber was solls. Sonne bekomm ich noch genug.

Abends war dann das Welcome Event, das hätt ich fast verpasst, weil ich ewig auf der Suche war, von wo aus der Bus zurück fährt. Die Straßen in Seattle Downtown sind größtenteils Einbahnstraßen, und daher fährt der Bus natürlich nicht einfach auf der anderen Straßenseite zurück. Bis ich mal drauf kam, dass zwar ein Großteil der Busse in der westliche Parallelstraße fahren, ein Teil aber auch in der östlichen, da hatte ich mindestens zwei Busse verpasst. Und da die nur alle 30 Minuten oder so fahren, wäre ich fast nicht mehr zum Event gekommen. Das wiederum war in einer kleinen Brauerei, und als ich dann noch hinkam, war ein Teil schon wieder weg. Auf jeden Fall hab ich mich bemüht, die Trinkfestigkeit der Deutschen nach besten Kräften zu bestätigen…

Montag

Heute morgen war ich früh wach, der Jetlag ist dann doch nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Der Shuttle zum Microsoft Campus ging schon um 7:30 Uhr los, wenn einer nochmal was von Urlaub sagt…! Immerhin bin ich endlich wieder online, ach ja, und Strom hab ich auch wieder. Sonntag abends, nachdem ich nirgendwo einen Elektronikladen entdeckt hatte, hab ich im Hotel nachgefragt (an die einfachste Lösung denkt man immer zuletzt, und natürlich haben die einen Adapter. Sogar leihweise. WLAN funktioniert prima, und die Vorträge heute sind auch sehr interessant. ILM war dran, und AD Disaster Recovery – da konnte ich noch was dazu lernen. Ok, nicht so viel, aber der neue Papierkorb für AD in 2008 R2 war mir noch nicht so vertraut. So langsam wird es Zeit, den Abend zu planen, sonst sitz ich am Ende noch im Hotelzimmer rum und langweile mich…

Ok, hab ein paar nette Leute aus Florida gefunden, aber nach ein paar Drinks war echt Schluß. War doch anstrengend. Also zurück ins Hotel. Prima, dass ich schon um 2 Uhr wieder aufgewacht bin…

Dienstag

War ganz schön anstrengend, nach den paar Stunden (wenn überhaupt) Schlaf. Aber zum Glück gings gleich spannend los mit den System Center Crossplattform Extensions. Sollte ich mir wirklich mal anschauen. Danach kam ein kaum verständlicher Vortrag zu ConfigMgr – ich mein, der arme Dozent kann ja nix dafür, dass er ein wenig stottert, und auch das Nuscheln ist nicht schlimm, aber die Kombination machts halt schwer, nicht nur für non-native speakers.

Nebenbemerkung:
Hab ich mich eigentlich schon über das amerikanische Geld aufgeregt? Nein? Anscheinend können sie ja nicht mit umgehen(siehe Immobilenkrise oder GM), und ich glaub ich weiß auch warum. Erst mal sind alle Geldscheine gleich groß, so im Dämmerlicht mal eben den richtigen zu erwischen ist gar nicht so leicht. Bei Euros sind die 50€ und die 5€ doch deutlich unterscheidbar. Und was mich am meisten aufregt, das sind die Münzen: Was zur Hölle ist ein “Dime”? Und warum brauch ich Bruchrechnen für einen “Quarter Dollar”? Hey Guys, schon mal was von Zahlen gehört? Ja? Dann schreibt die doch drauf! Grrr…

Danach war ein Vortrag zu Audit Collection Service dran, ganz gut eigentlich, und dem Azure-Vortrag konnte ich leider nur halb lauschen. Nach dem Mittagessen kam ein interessanter Erfahrungsbericht über Virtualisierung mit ESX (ja, richtig, VMWare) mit Desktop, Development und Produktiv-Cluster usw. und danach ein Highlight über Group Policies in Vista/Windows 7. Die Preferences waren mir zumindest bis dahin völlig unbekannt. Den Vortrag danach übergeh ich besser, der war ähnlich wie der ConfigMgr heute vormittag, nur hat er viel leiser gesprochen :-(

Dann war Mark Russinovich (ex-Sysinternals) dran, einer von 25 Technical Fellows bei Microsoft, und sein Vortrag über Kernel Changes in Win7 und 2008R2 war wie gewohnt großartig. Am allerbesten war der Bluescreen auf seinem (Win7)-Laptop, und passenderweise grade beim Punkt “Reliability”. Das wird mir keiner glauben…

Freue mich auf morgen vormittag, da ist Steve Riley dran, ein weiterer Top-Speaker. Schaun mer mal.

Mittwoch

Gleich als erster Vortrag Steve Riley, Security Guru. Wer schon mal einen Vortrag von ihm gehört hat, der weiß, was ein Highlight ist… Sein Vortrag war wie immer prima, und hat ganz schön nachdenklich gemacht. Danach waren AD-Änderungen in 2008 R2 dran, also genau mein Thema. Aber nicht so viel Neues. Der Windows 7 Client Vortrag war auch gut, aber auch hier nicht viel Neues.

Sehr interessant war nach dem Mittagessen dann die Demo Session, in der Freiwillige vortragen konnten, was sie so machen. Anschließend noch freie Diskussion, die zwischendrin leider in ein “ich hatte da mal einen Benutzer” abdriftete, sich aber wieder einfing. Grade läuft ein Vortrag vom Microsoft Security Response Team – hätte nicht gedacht, dass man am 1.4. (Conficker) einen von den Leuten als Sprecher bekommt…
Als letzten Vortrag gabs dann noch was über Lizenzen – puh, komplizierter geht’s wohl nicht…
Alles in allem eine lohnenswerte Veranstaltung. So. jetzt geh ich offline und flieg morgen zurück, werd also am Freitag wieder in Karlsruhe landen – hoffentlich diesmal ohne Probleme


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