Sonstiges
Das ist also mein Urlaubsblog. Ich hab nämlich festgestellt, dass wir uns alle nicht mehr so recht erinnern können, wie oft wir schon hier waren und was in welchem Jahr passiert ist. Doch, doch, wir haben schon jedes Jahr ein Urlaubs-Tagebuch geführt, aber das liegt natürlich zuhause in einer der vielen Umzugskisten, und da hilft es grad wenig. Daher also dieses Jahr ein Urlaubs-Blog.
Sonntag, 12.08.07:
Pünktlich um 7:45 aus dem Haus und in aller Ruhe auf die Tram gewartet, und dann planmäßig zum Umsteigen am Kronenplatz wieder raus. Tram fährt ab, und der Verpflegungsrucksack leider auch... Also Heike mit den Kindern (und 2 großen Rucksäcken) auf zum Bahnhof, und ich im Taxi (da kam glücklicherweise grad eins) hinter der Linie 4 her. Wenigstens wusste ich noch, dass die 4 morgens nach Oberreut fährt, hab allerdings nicht dran gedacht, dass sie auch die Nummer von 4 auf 1 umstellt. Bis ichs gemerkt habe, war sie schon am Taxi vorbei, und wir mussten bis Oberreut fahren, um den Rucksack wieder zu bekommen. Dann schnell zum Bahnhof, ab in den Zug, und der Urlaub ging los. Fast. Denn leider saßen schon Leute auf unseren reservierten Plätzen mit der gleichen Wagen- und Platznummer. Was dem Schaffner auch nicht aufgefallen war: Die waren im falschen Zug, konnten aber glücklicherweise in Mannheim noch umsteigen. Dann aber hat den Rest der Fahrt alles prima geklappt, sogar in dem kleinen Zug von Niebüll nach Dagebüll haben wir zum ersten Mal einen Sitzplatz bekommen. Ok, in Hamburg-Altona kam der Zug nicht wie geplant auf Gleis 7 an, sondern auf Gleis 9, und da die Abfahrt am gleichen Gleis (also 7) sein sollte, dauerte es eine Weile, bis uns auffiel, dass wir am falschen Gleis warteten. Aber sonst alles klar. Fast pünktlich um 18:30 waren wir (nach 9 Stunden) in Wyk auf Föhr bei Super-Wetter.
Als erstes gings zum Eisladen (Tessies), da haben sich Lea und Lukas schon seit ca. 12 Monaten drauf gefreut. Alles noch beim Alten, nur die Strandpromenade ist im letzten Stück hässlicher geworden. Muss ich noch einen Brief schreiben, bevor das auf den Rest der Promenade übergreift. Ungalublich aber wahr: Im x. Jahr in Föhr hat endlich die Kneipe neben uns geöffnet. Die ist in einer ehemaligen Kapelle untergebracht, und bevor die wieder zumacht, sind wir da noch schnell rein.
Dann in's Haus und ab in's Bett. Die Kinder zumindest. Die Älteren haben sich noch eine Pizza gegönnt, aber viel länger haben wir es auch nicht mehr ausgehalten. Gute Nacht.
Montag, 13.08.07:
Erst mal schauen, ob noch alles da ist. Bäcker, Kino, Meer, Eisladen (hatten wir gestern schon geprüft, aber sicher ist sicher). Dann mal ganz gemütlich zum Fahrradverleih und ein Rad mit Anhänger zum Einkaufen gemietet. Lea wollte auch fahren, also noch ein Kinderrad. Dann direkt von dort aus zum Lidl und den Laden leergekauft. Zurück zum Haus und ausladen. Kurzer Snack, dann nochmal los zum Sky-Supermarkt, um noch ein paar Getränke zu kaufen. Lea wieder tapfer mit. Dort angekommen fiel mir dann auf, dass ich den Geldbeutel vergessen hatte, also wieder zurück nach Hause. So richtig Lust war dann aber auch nicht mehr da, also Fahrräder wieder abgegeben und nach Hause zum Spaghetti-Essen. Seeluft macht müde und hungrig. Abends kam unsere Vermieterin noch kurz vorbei, die liebe Renate, mitsamt Hartmut, ihrem Mann. Und nach ein paar Schluck Wein war der Tag auch schon gelaufen.
Dienstag, 14.08.07:
Heute sind wir an den Strand, ist ja fast direkt vor unserem Haus. Da war gerade Ebbe, und so konnten wir nach Muscheln und Wattwürmern suchen. Und zu dem Floß, wo ich es letztes Jahr mit Lea auf dem Rücken kaum hingeschafft hab (Sch... Strömung), konnte man fast trockenen Fußes hinlaufen. Später hab ich dann noch was von meinem Sohn gelernt. Ich hab ihm vorgeschlagen, seine Sandburg doch weiter oben am Strand zu bauen, aber er wollte nicht. Als ich ihm erklärt habe, dass die Flut kommt und in einer Stunde nichts mehr von seiner Burg da sein wird, meinte er nur: "Papa, das macht doch nichts!". Man kann wohl auch Dinge bauen, die nicht von Dauer sind...
Wir sind dann noch zum Mühlenpark gegangen, einen nette Parkanlage, die ganz in unserer Nähe angelegt wurde. Dort hat es auch einen kleinen Teich mit Steinen drin. Und natürlich mußte Lukas da abrutschen. Also nach Hause und Klamotten wechseln, und wir kamen grade wieder rechtzeitig zurück, um Lea beim Ausrutschen zu beobachten!
Abends hab ich dann gemerkt, dass Sonnenmilch ganz praktisch ist, zumindest, wenn man sie verwendet. Tut höllisch weh, mein Sonnenbrand.
Mittwoch, 15.08.07:
Wetter ist nicht ganz so gut heute, aber das macht nichts. Gibt dennoch genug anzuschauen hier. Nach einem Stadtbummel sind wir zu einem großen Spielplatz gelaufen, wo Lea und Lukas sich austoben konnten. Auf dem Weg dorthin haben wir am Friesenmuseum noch kurz Halt gemacht und festgestellt, dass dieses Jahr das Museumsfest leider erst an unserem Abfahrtstag stattfindet. Schade, wird nichts.
Abends sind Heike und ich dann zum ersten Mal ohne Kinder abends noch weg, ein kleiner Bummel auf der Strandpromenade. Auch mal schön...
Donnerstag, 16.08.07:
Auch heute wieder wechselhaftes Wetter, aber hier hat es zum Glück immer nur kurze Schauer, dann kommt wieder die Sonne raus. Ideal für eine Inselrundfahrt. Da gibts ein Auto, das sieht aus wie eine kleine Lok mit 2 Anhängern. Für Kinder viel spannender als ein klimatisierter Bus, für Erwachsene leider viel enger als ein Bus... Als wir letztes Jahr damit gefahren sind, hat der nur Wyk und die Nachbar-"Stadt" Nieblum abgefahren, dieses Mal wirklich die ganze Insel bis Utersum an der Westküste. Tja, und abends gab es dann wieder (wie jeden Abend) die Gute-Nacht-Geschichte für Kinder, machen hier Helfer der evangelischen Kirche (nennen sich Freizeithelfer), und die machen das ganz toll. Als die Kinder dann im Bett waren, konnten Heike und ich seit langer Zeit mal wieder gemeinsam ins Kino. So eines wie früher, wie ein Ballsaal, mit Tischen vor den (total unbequemen) Sesseln und ein gefährlich schwankender Kronleuchter über uns. Renate war so nett, uns ihr Auto bis Montag zu überlassen, damit wir auch mal die andere Seite der Insel zu sehen bekommen.
Freitag, 17.08.07:
Erst mal wieder Einkaufen, während Lea mit Oma in "Peter und der Wolf" ist. Abends war dann die Gute-Nacht-Geschichte im Nachbarort, und diesmal musste ich mich nicht mit einem Fahrrad-Anhänger abstrampeln. Ansonsten war das mal ein Ausruh-Tag.
Samstag, 18.08.07:
Wattwanderung. Vom Südstand am Ende der Strandstraße sind wir Fünf losmarschiert, um ganz weit draußen Muscheln zu suchen und Mini-Krebse und Garnelen zu fangen. War toll und hat Spaß gemacht, barfuß durch's Watt zu wandern. Eigentlich wollten wir ja mit dem Kutter rausfahren, aber da waren leider alle Plätze schon belegt. Hoffentlich klappt das am Freitag oder Samstag noch.
Am Nachmittag war das 11. Wyker Mannschaftstauziehen (das mussten wir bestimmt 20mal über Lautsprecher hören...). Da stehen sich Mannschaften mit je 10 Teilnehmern auf verschiedenen Seiten des Hafenbeckens gegenüber und versuchen, sich gegenseitig ins Wasser zu ziehen. Die Mannschaften haben so lustige Namen wie "Die zehn Zwerge", "Die Promillejäger" oder auch (bei den Frauenteams) "Die Plantschkühe". Die Mannschaft, bei der zuerst mindestens 3 Zieher im Wasser sind, scheidet aus. Der Rest springt dann traditionsgemäß hinterher. Gewonnen haben übrigens (wie im Vorjahr) die Zwerge.
Sonntag, 19.08.07:
Sonntags morgens ist Fischmarkt. So ne Mischung aus Kirmes und Flohmarkt. Und man kann dort Mittagessen. Fischbrötchen und so Zeugs. Direkt neben dem Hafenbecken. Und (ganz wichtig!) ein Karusell gibt's da auch. Kaum wieder zuhause, ging's auch shcon wieder los. Diesmal durfte Lukas mit Oma ins 's Kindertheater, "Rumpelstilzchen". Und eigentlich wollten wir ins Friesenmuseum mit Lea, aber sind dann doch Geocachen gegangen - zum ersten Mal. Zuerst gings zu einem Windrad, von dort gings weiter nach Nieblum zur Kirche und dann endlich zu einer verfallenen Burg, wo wir dann den Cache gefunden haben. Lea hat die Schatzsuche richtig Spaß gemacht, und aus dem Cache gab's dann auch einen Schlüsselanhänger für sie.
Abends sind dann Heik eund ich nochmal ans Meer. Heike hat sich eine "Tote Tante" gegönnt, das ist eine warme Schokolade mit ganz viel Rum drin und Sahne drauf.
Montag 20.08.07:
Alle Jahre wieder zieht es uns zur Boldixumer Vogelkoje. Dort wurden früher Enten gefangen, heute werden dort Touristen angelockt. Ist aber ganz nett, mit den Kindern die Enten zu füttern. Die Erklärungen mußte ich nicht mehr lesen, die konnte ich schon fast auswendig. Auch alle Jahre wieder geht's anchließend auf den Deich und ein Stück an der Nordküste entlang. Da wir dieses Jahr ein Auto hatten, konnten wir danach noch ein Stück weiter nach Westen fahren und auch noch das Pzmpwerk besichtigen, mit dem das Wasser aus der Marsch auf die andere Deichseite gepumpt wird. Und was wir bei der Wattwanderung am Samstag mühselig gesucht hatten (so lange Schwertmuscheln), das liegt dort haufenweise rum. Nur so als Tipp...
Weiter ging's bis an die Westküste bis Utersum, dort herrschen Dünen vor. Man kann dort prima sitzen und den Blick hinüber nach Amrum und Sylt geniesen - und einen neuen Spielplatz hat es dort auch. Unmittelbar vor dem Platzregen haben wir uns dann auf die Rückfahrt nach Wyk gemacht. Nach Ende des Regens sind die Kinder in die Gute-Nacht-Geschichte und ich bin zum Hafen, um den zweiten GeoCache zu suchen. Zuerst war ich etas zu nördlich, aber als ich die Stelle ausgemacht hatte, musste ich zur Fähre, um Renate abzuholen und das Auto wieder abzugeben. Kurzerhand hab ich mit Renate dann den zweiten Hinweis auf den Cache gesucht (und gefunden). Anscheinend war Renate neugierig geworden, denn später hat sie uns dann noch mit dem Auto an die Final-Koordinaten gebracht und mit uns eine ganze Stunde (leider vergeblich) im dichten Brombeergestrüpp nach dem Cache gesucht.
Dienstag, 21.08.07:
Heute wird's endlich Zeit, die Postkarten zu schreiben. Hier gibt's auch so kleine Plastikflaschen, die man mit der Post als Flaschenpost verschicken kann. Sieht so aus, als ob unsere Post diesmal ausnahmsweise vor uns in Karlsruhe ankommt.
Nachmittags fing dann die Föhrer Piratenwoche an, allerlei piratige Sachen für die Kinder. Nachdem wir den Piratenpaß hatten und auch eine Augenklappe, kam ein nettes Bühnenstück für die Kids, und ich hoffe, wir erfahren irgendwann, wie es ausging, der Regen war dann einfach zu stark...
Dennoch gab es abends die Gute-Nacht-Geschichte mit anschließendem piratigem Fahneneinholen. Da hat es schon nicht mehr geregnet, aber etwas frisch war es schon.
Mittwoch, 22.08.07:
Ab 11 Uhr hat das Piratenlager geöffnet (bei strahlendem Sonnenschein übrigens) und die Piratenflagge wurde hochgezogen, natürlich mit lautem Anfeuern durch die Kinder, äh, Piraten. Auch dem riesigen Föhrer Bauernmarkt (5 Stände) haben wir einen ausgiebigen Besuch (5 Minuten) abgestattet. Da waren dann noch so Trampoline mit Gummiseilen, da hat sich Lea dann austoben können.
Zurück im Piratenlager konnte man dann zusehen, wie verzweifelte Väter versuchen, die Schatzkiste ihrer Kinder zusammenzubauen. So viel zu Kinderbasteln. Ich hab dann einfach nur den Bausatz gekauft und was von "Wie soll das in den Koffer?" gemurmelt und versprochen, dass wir das zu Hause in Karlsruhe machen. Nebenbei spielte auch noch (strafverschärfend) die Haus- und Hofband hier, "Night and Day". Naja, mehr Night als Day. Wenn ich nach diesen paar Tagen aus den paar Musikfetzen, die man so hört, schon voraussagen kann, dass nach "Axel F." "Popcorn" kommt und wenn alle Kinderlieder immer nach "Biene Maja" und "Schnappi" klingen, dann frag ich mich, wie die Band das schafft, zwischen Mai und Oktober nicht selbst zu verblöden.
Gegen Abend (genauer gesagt während der Gute-Nacht-Geschichte) ist dann ein Unwetter runtergekommen, mit Starkregen und Windstärke 8 oder 9. 20 Minuten, danach war beste Sicht weil super-klare Luft. Und für morgen gibt es eine gute Wettervorhersage.
Donnerstag, 23.08.07:
Vormittags war ich mit beiden Kindern in "Lieselotte Ringelsocke und der Pirat Säbeljocke". Während die Kinder ihren Spaß hatten, konnte ich wenigstens meine Handy-Mailbox synchronisieren, der Empfang im Kursaal war weitaus besser als in unserem Haus. Überhaupt ist Vodafone auf Föhr nicht so richtig flächig verfügbar. Nachmittags waren wir dann endlich mal wieder am Strand, sehr zum Vergnüen unserer Kinder. Und gegen 17 Uhr ging es dann auf Piratenwanderung am Strand entlang. Nachdem wir alle Aufgaben erfüllt hatten, gab es dann die Piratenurkunde für Lea.
Abends waren wir mit Renate und Hartmut sowie Björn und Steffi grillen. Für die Kinder gab's zusätzlich Stockbrot. Sehr nett dort. Irgendwo in Nieblum, irgendwas mit Oster-Dingsbums.
Freitag, 24.08.07:
Super-Wetter heute (wie mein neuer Sonnenbrand bezeugen kann). Also gleich nach dem Aufstehen ( so gegen 12 Uhr) an den Strand bis abends. Sonst war heute nix. Ein ganz kurzer Eintrag also nur. Ach, grad ist der Strom in Wyk ausgefallen. Aber mein Akku hält noch eine Weile...
Samstag, 25.08.07:
Tja, der letzte Urlaubstag auf Föhr. Packen, packen, packen. Das Wetter ist wieder bewölkt, es regnet aber nicht. Die Damen sind unterwegs, um ein paar "Tote Tanten" zu trinken (siehe letzten Sonntag), und ich bin mit den Kindern zum Glascontainer. Ein wenig spazieren gehen, und dann war auch dieser Tag rum. Schade, echt schade.
Sonntag, 26.08.07:
Fähre erreicht, Zug erreicht. Nachdem wir irgendwo im Gang des ex-Interregio-Abteils einen Not-Sitzplatz ergattern konnten, fiel mir auf, dass man offensichtlich doch von Dagebüll aus reservieren konnte. Hat mich zuerst mal geärgert, weil ich vor 3 Monaten 25 Minuten gebraucht habe, um im Reisecenter überhaupt eine Reservierung zu bekommen, dann aber erst ab Niebüll. Als ich dann aber meine Fahrkarte rausholte, war da tatsächlich eine Reservierung ab Dagebüll eingetragen! Na sowas. Und die reservierten Plätze waren genau da, wo wir uns auf die Notsitze gesetzt hatten. Glück muss man haben. Konnten dann bis Hamburg sitzen bleiben. Nur fiel mir wieder auf, dass die Bahn sowas wie Kommunikation noch lernen muss. Wir haben das ja nun schon ein paar Mal mitgemacht, dass der Zug der NEG am NEG-Bahnhof in Niebüll ankommt und die Leute aus dem Zug aussteigen und zum DB-Bahnhof laufen, während ein Teil des Zuges umrangiert wird und an den im DB-Bahnhof stehenden Zug aus Sylt angehängt wird. Einige dieser "Aussteiger" steigen dann ein paar Minuten später mitsamt des kompletten Gepäcks wieder in das gleiche Abteil ein. Und obwohl das seit Jahren mehrmals täglich passiert, gibt es keine Info-Zettel oder sinnvolle Ansagen im Zug, nein, nur die Aussage: "Bleiben sie mal sitzen, wird schon stimmen!". Sehr lustig.
Um 19:45 Uhr war dann unser Urlaub vorbei.